Di
07
Sep
2010
GoreTex TAR Stage 3
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GoreTex Transalpine Run 3rd Stage
Angeblich beginnt bei diesem TAR das Rennen am dritten Tag so richtig. Dann also los. Die nüchternen Daten sagen einem wohl kaum was, ist sicher auch nicht so interessant. Viel interessanter ist wohl, daß ich (und wohl auch Pesche) an diesem Tag für unsere sportlichen Ambitionen völliges Neuland betreten würden. Auf Grund der enormen Streckenlänge wurde der Start für 07:00 Uhr morgens ausgelobt. Unsere Pensionswirtin war ob des Wunsches um 05:15 Uhr frühstücken zu wollen nicht sehr erbaut. Wir auch nicht. Aber der Start würde wohl auch ohne uns stattfinden, also waren wir pünktlich. Zuerst ging’s auf den Hahnenkamm hinauf. „Mit alles mit Scharf“, also inklusive Steilhang und Mausefalle – allerdings in der falschen Richtung. Wir sind aber gut oben angekommen und dann war der weitere Anstieg auf den Pengelstein fast schon ein Spaziergang. Vom Pengelstein führte uns der Weg jedoch wieder hinunter in Nebental, von welchem wir erneut auf einen Sattel aufzusteigen hatten.
An dieser Stelle sei eingeworfen, daß die Rennleitung bei der Routenplanung bis – man glaubt es kaum – 2 Wochen vor Start, von den hiesigen Grundbesitzern auf die Genehmigungen warten mußte und so auch noch kurzfristige Änderungen notwendig waren. Es ist zwar eine Karawane von cirka 600 Personen die über die Alpen marschiert, aber im echten Leben – fürchte ich, sind wir für so manchen nur ein Ärgernis. Der Bergläufer, Trailrunner oder Skyrunner oder wie auch immer wir genannt werden, hinterläßt zwar einen sehr kleinen Fußabdruck in den Alpen, aber das ist – man höre und staune – sehr schlecht. Denn an uns verdient man kaum Geld. Zahlungskräftiger VIP-Tourismus oder Massenabfertigung bringt Kohle. Wir bringen nur Ärger. Dementsprechend wird man leider auch behandelt. Um es aber auch gleich zu vorweg zu nehmen: In Neukirchen/Großvenediger ticken die Uhren ganz anders. Wir sind so freundlich empfangen worden und die Organisation sowie die Herzlichkeit der Leute im Ort war phantastisch. Ich war richtig froh, habe ich doch A) meinen Lieblingsschweizer im Schlepptau und sind doch B) bei 500 Startern nur 35 Österreicher dabei. Da ist man als solcher doch oft peinlich berührt und möchte bei so mancher Situation gern unsichtbar sein.
Wieder zurück auf der Strecke sei gesagt, daß nach dem Erreichen des Fußes des großen Dingssteines und seiner Umrundung ein toller Höhentrail auf einer dem Grat verlaufenden Strecke auf uns wartete. Bei toller Aussicht und herrlichen Laufbedingungen war der einzige Nachteil, daß das Abschmelzen des Schnees von vor einer Woche das ganze zu einer kleinen Schlammschlacht gemacht hat. Aber als Belohnung erreichten wir später den Wildkogel und damit die herrliche Aussicht auf den größten Salzburger – den Großvenediger – und auf die gesamten Hohen Tauern. Von da an führte uns ein weiterer Singletrail in steilen Serpentinen hinunter ins Ziel nach Neukirchen.
Was sich hier so kurz und bündig anhört hat für uns 7 Stunden 52 Minuten und 20 Sekunden gedauert. Aber es war jede einzelne Sekunde wert, oder um es mit den Worten eines der englischen Teilnehmer zu sagen:
„Life is like a coin, you can spend it on whatever you want, but you can only spend it once – this is a great way to spend it!“
run for "Kids on board"

