10. lgt - alpin - marathon

2009-06-06

Das erste meiner Ziele in diesem Jahr ist geschafft: ins Ziel gekommen und Zeit verbessert - was will man mehr.

Und jetzt noch zu den Fakten: Bei Interesse HIER nachschauen.

AUF GEHT'S!

Nach praktisch einem halben Jahr Training ist endlich der erste Tag der Wahrheit gekommen. Was war das ganze Jahr Training nun wert war die Frage.

 

Nach einem kurzen Arbeitstag ging's in bewährter Manier per Auto quer durch Österreich. Am Abend erreichten wir Liechtenstein um uns in Bendern sofort um die Startnummer zu bemühen. Das war ja schon ein bisschen Routine und so war auch gleich im Hotel eingecheckt. Zum Abendessen waren wir mit Colette und Pesche aus Bern verabredet und gingen in eine Pizzeria. Dort gabs Nudeln al Arrabiata (oder so). Sehr gut nicht zu viel und gerade nett um den Abend bei gemeinsamer Vorfreude auf die Veranstaltung zu ende gehen zu lassen.

 

DER RENNTAG:

Früh raus aus den Federn und um 06:30 Uhr schon die Hotelchefin wegen dem Frühstück nerven - super Plan aber nicht meiner. Sondern eher der von "Knorrli"! Mein Lieblingspiefke vom letzten Jahr erwies uns auch heuer wieder die Ehre. Den Namen hat er erst am Vorabend von Pesche bekommen und er machte seinem Ruf wieder alle Ehre. So klein und doch nicht zu übersehen. Leider hab ich mich nicht getraut ihn zu photographieren. So darf sich ihn jeder vorstellen. Aber nun zu uns. Wir haben natürlich auch zeitig gefrühstückt und sind mit dem Bus von Vaduz nach Bendern. Bei der Firma Ospelt - wo sich der Start befindet - war noch nicht allzuviel los. So kam ich noch zu meiner Massage und wurde wieder vom gleichen Herren durchgeknetet der dies auch im Vorjahr gemacht hat. Wahrscheinlich der einzige Urs der Schweiz.

 

Dann noch rauf in die warme Halle. Es gab Tee und alle machten sich startklar. Hier gings rund, da wegen der kühlen Temperaturen alle drinnen sein wollten. Noch ein bisschen fachsimpeln mit einem Pacemaker (ja die gibt es auch hier) - der war zuständig für die 05:00 Stunden-Grenze und dann raus  in die Startaufstellung.

 

Der Startsprecher (mein persönlicher DJ Ötzi) stimmte wieder so richtig emotionsgeladen auf den Lauf ein (!?). Dann der Startschuss und los ging's. Ich peilte für die 10 flachen Kilometer im Rheintal einen 5er-Schnitt an und hielt diesen auch brav ein. Rund um mich wildes Rythmus und Tempo finden und die wildesten Überholmanöver. Dies beruhigte sich erst ab dem 6ten oder 7ten Kilometer. In Vaduz war ich noch super drauf. Meine Lieblingsgattin stand in der FUZO und fotographierte alles was sich bewegte also alles und also auch mich. So ein Glück. Danach sollten wir uns ja geraume Zeit nicht mehr sehen. Über die Zeitmessung lief ich nach 50Minuten (10Minuten schneller als letztes Jahr). Aber dann geht's ja erst los.

 

Jetzt die Serpentinen rauf nach "Mittelstadt", eine Flachpassage hinter dem Schloss vorbei und dann praktisch nur noch bergauf bis Triesenberg. Mein Plan war eigentlich während des Laufes zu photographieren, aber dies gelang nur bis Vaduz. Schuld war aber das Wetter. Wie man an einem Bild in der Präsentation erkennen kann (hinter dem Schloss) begann es nach einer halben Stunde zu regnen, nach einer Stunde zu schütten und zeitweise war Gewitter, Nebel, Sturmböen und alles was man an so einem Tag eigentlich nicht gebrauchen kann.

 

Für's laufen war es NOCH nicht so erheblich aber der Dokumentation wegen war es natürlich sehr schlecht. Als wir bei Triesenberg vorbei waren ging es nochmals rauf nach Silum um dann in den Talkessel bei Steg einzubiegen. Hier kommt die längere bergab - Passage, die bei dieser Witterung genau 2 Tücken aufweist. Der Untergrund ist extrem gefährlich und ausserdem muss man trotzdem Gas geben um nicht allzu sehr auszukühlen. Dies führte natürlich auch dazu, dass ich nun wieder meinerseits das Eine und/oder Andere etwas riskantere Überholmanöver in Kauf nehmen musste.

 

Wenn man dann die Runde um den See abgeschlossen hat kommt man zum Ziel des hier so genannten Halbamarathon plus. Wie ich später erfuhr sind viele hier ausgestiegen, da sie der körperlichen Anstrengung und der schlechten Witterung gemeinsam mehr als erwartet Tribut zollen mussten.

 

Ab nun kommt der eigentlich schönste Teil der Strecke. Diese führt um das Sass Fürkle nach Valorsch und dann auf das Sass Fürkle rauf. Über Wiesen und Forstwege, Wanderwege und Steige geht's ca. 10 km auf den höchsten Punkt der Strecke. Hier ist die Prämisse für einen Hobbyläufer wie mich, die Ablenkung, die die Natur mit Ihren Eindrücken zu bieten hat einwirken zu lassen und nicht nur die Kilometer zu zählen. Wer das tut ist schlecht beraten und hat auch wenig Chance das Ziel zu sehen. Zumal mit zunehmender Steigung und schwieriger Topographie sowie den rythmusbrechenden Untergrundverhältnissen die Geschwindigkeit natürlich stark nachlassen muss.

 

Hat man aber einmal die Marke von 33 bzw. 34 km erreicht ist es nicht mehr weit auf dass Sass Fürkle. Dort wird mach von Alphornbläsern empfangen und es ist, trotz aller Anstrengung, schweren Füssen, eingefrorenen Fingern und Augenlidern ein Gänsehautfeeling.

 

Und von da aus muss man wieder runter in den nächsten Talkessel. Dort steht, nach dem man für ca. einen Kilometer den Panoramaweg (an diesem Tag hab ich kein einziges Panorama gesehen) bergab gelaufen ist bereits der Zielbogen und man hört schon das ganze Tohuwabohu.

 

Aber vorher steht ja da noch meine Lieblingsfrau. Ganz durchnässt vom starken Regen hat sie Unterschlupf in einem Heuschober am Wegesrand gefunden. Ich küsse Sie kurz und wir vereinbaren ein Date im Ziel. Stehenbleiben ist nun aber verboten. Alles was den Kreislauf zusammenfallen lässt wäre jetzt nicht klug. Also weiter Richtung Malbun. Die Strecke weist exact Richtung Zielbogen, doch ca. 500 davor macht Sie einen Schwenk nach links und wer es noch nicht gewusst hat, der merkt: Ab hier beginnt die Zugabe. ca. 5km rund ums Tal, einmal rauf zur Bergstation des Sesselliftes und dann erst runter ins Ziel. Würde man die Hände vor Augen sehen, wäre der Ausblick sicher begeisternd, aber so...

 

So ist nur noch das Bedürfnis da ins Ziel zu kommen. Was schluss endlich auch gut gelingt.

 

Super ist es gegangen - Die Strecke, das Wetter und meine eigenen Schwächen hatten keine Chance, ich war stärker!

 

Wer Interesse hat mehr über den Lauf, die Gegend, die Strecke, die Siegerin und den Sieger und und und zu erfahren findet Videos, Diashows, Starter und Ergebnislisten etc. unter www.lgt-alpin-marathon.li .

 

Viel Spass