8. Zermattmarathon
2009-07-04
Alles ein bissi höher hier und versteh'n tu ich die Bergbauern bei uns zu Hause schon nicht mehr. Aber von dieser Landschaft haben Sie reichlich.
Wer wissen will wie das Ergebnis in Zahlen war HIER nachschauen.
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was sich alles in zweieinhalb tagen hineinpressen lässt an erlebnissen ist schon phänomenal.
der ticker:
freitag 03.07.2009:
05:45 - tagwache
07:00 - arbeitsbeginn
10:00 - letzter termin
11:30 - verabschiedung
11:45 - fanclub abholen
12:00 - abfahrt
15:00 - innsbruck
18:00 - andermatt
20:38 - st.niklaus
21:38 - abfahrt per zug
22:18 - ankunft zermatt
23:00 - zapfenstreich
samstag 04.07.2009:
06:00 - guten morgen
07:00 - frühstück !?
07:32 - abfahrt in zermatt
08:30 - startnummernabholung
09:37 - start in st.niklaus
11:39 - durchlauf durch zermatt
14:24 - ankunft am riffelberg
16:00 - besichtigung gornergrat
18:00 - relaxen in der sauna
20:30 - im festzelt in zermatt
22:30 - danke, wo ist der polster?
sonntag 05.07.2009:
07:00 - tagwache (auslaufen ist abgesagt)
07:30 - frühstück
08:00 - stadtbummel durch zermatt
10:30 - abfahrt aus zermatt
11:30 - abfahrt aus st. niklaus
13:50 - besuch am rhonegletscher
19:45 - badestop am mondsee
21:00 - ankunft daheim
22:00 - gedanke zum tag
Es reicht Dir? Dann brauchst Du nicht mehr lesen. Aber was eigentlich zwischen diesen Zeilen los war, berichte ich erst jetzt.
Natürlich hat das Ganze einen gewissen Streßfaktor. Der Vorteil daran ist, man hat nicht ewig Zeit sich Gedanken zu machen ob man auch ins Ziel kommen wird. Aber nach 9 Stunden Autofahrt und wenigen Pausen ist man doch froh, wohlbehalten am Ziel zu sein. Dann aber beginnt die Aufregung. Man hat ja nicht die kleinste Ahnung.
Am Lauftag läuft dann die Maschinerie wieder. Frühstück geht kaum nur ab zum Zug und ja nirgends zu spät sein. Aber die Schweizer sind ja Uhrmacher. Da greift ein Rad ins andere und nichts wird dem Zufall überlassen. Man steigt pünktlich ein und kommt pünktlich an - sogar mit der Bahn!!!!
Nach den Formalitäten von wegen Startnummer und so treffen wir beim Start wieder Colette und Pesche. Die sind zwar routinierter als ich aber das Rennfieber packt alle ein bisschen. Beim Startschuss verabschieden wir uns, da jeder sein eigenes Tempo laufen wird. Ich hab mir vorgenommen auf den ersten 21km bis Zermatt (ca. 500-600hm) die Kirche im Dorf zu lassen und mit meinen Kräften haus zu halten. Gelingt ganz gut, wenn gleich 20°C auf 1600 m.ü.M. überraschend warm ist und die Gefahr besteht zu wenig zu trinken. Am Anfang sollte man sich aber dennoch überwinden, denn die Strafe folgt schneller als man denkt. Dann aber hoch die Rampe auf die Sunnegga. Ca. 7km lang und 800m hoch. Fast nicht enden wollend. Du bist über jede flacherer Passage WIRKLICH dankbar. Aber oben angekommen jubeln einem schon die Flip-Flop beschuhten Touristen zu. Wieder Danke. Vor alllem aber findet man provokant, dass es sich so mancher nicht nehmen lässt an dem dortigen Badesee zu campen und vor unseren Augen ein Sonnenbad zu nehmen.
Ist man aber mal da oben wird man mit einem - wieder ca. 7km langen - Streckenabschnitt belohnt, der an Ein- und Ausblicken auf die Natur und Panoramen dieser Gegend kaum zu überbieten. Das Ende dieser Berg- und Talbahn ist die Riffelalp. 800m senkrecht über Zermatt. Bahnhof, Straßenbahn, 5-Sterne-Bunker und Golfplatz inklusive. Zu diesem Zeitpunkt (bei mir nach etwas über 4 Stunden) ist man wieder top motiviert. Bei der Labstation vor dem Hotel wird nochmal aufgetankt, eine Hundertschaft an begeisterten Zusehern feuert jeden Läufer an und die Guggamusi spielt "hot stuff"
Das ist aber auch gut so, denn was man dann nach der folgenden Kurve sieht ist beim ersten Mal nix für schwache Nerven. Die letzten 4km sind nämlich im wahrsten Sinn des Wortes die Höhe. Noch mal 400 hm bis zum Ziel. Aber man darf nur nicht die Geduld mit sich selbst verlieren, dann geht auch das. Und vor allem sobald jemand die Kamera zückt nicht vergessen die Mundwinkel in die Höhe ziehen.
Das fällt dann im Ziel wieder leicht. Ein Leiberl und eine Medaille (die man aber am besten irgendwo gleich wieder liegen lässt) sind die bleibenden Erinnerungen, die man erhält. Man bekommt zwar auch Linzer Törtchen aber die überleben nicht lange.
Dann darf man als Abschluss (auch nach hygienischer Wiederherstellung) als Tourist noch mit der Bahn bis rauf auf den Gornergrat. Dort wieder aber sofort alles mit Wolken zugeschoben, so daß man im nächsten Jahr wieder herfahren muss.
Es war trotzdem super. Aber man kann in dieser Zeit leider nur einen Eindruck von diesem Paradies gewinnen.
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