27. Vienna City Marathon

2010-04-18

Neues Jahr - neues Glück. Endlich ist es wieder so weit. Wie schon so oft gesagt hat die entbehrungsreiche Trainingszeit im Winter einen ersten Höhepunkt zu bieten. Endlich die Veranstaltung auf der jeder Laufinteressierte Österreicher einmal teilgenommen haben sollte.

 

der Vienna City Marathon - diesmal Vol. 27

Hast Du etwas Zeit für mich?

Dann Lese doch diesen Bericht!

Nena (1983)

 

Das ganze hat ja eine längere Geschichte. Denn seit ich mit dem Laufen begonnnen habe, war der Wien-Marathon immer schon insgeheim auf der Rechnung. Nach dem heuer mein eigentlicher Saisonhöhepunkt auch erst im Herbst stattfinden sollte, ergab sich also der VCM aus zeitlicher Sicht als ideale Ergänzung. Also war der Entschluss schnell gefaßt, die Formalitäten bald erledigt und es hieß nur noch: "Brav trainieren, damit ich beim Heimrennen keinen Trottel herunterreisse."

 

Wie man den Trainingstagebüchern entnehmen kann habe ich mich sehr gewissenhaft vorbereitet und so wenig als möglich dem Zufall überlassen.

 

Bereits im Jänner habe ich ein Geschenk wahrgenommen und in der Sportordination

einen Leistungscheck absolviert. Danach wurde der bereits ausgearbeitete Trainingsplan nochmals verfeinert und mit long jogs, Intervalltraining, Tempodauerläufen sowie Crosstrainings (schwimmen und radfahren) höchst abwechslungsreich gestaltet. Darüber hinaus nahm ich auch noch an deren Feldtest im Prater zur Renntempobestimmung teil.

 

Bestens gerüstet traten also 50% des Schoggi-Express mit Frau die Reise an um am Samstag davor bei der Marathon Messe die Startnummer abzuholen. Bei Freunden in Hernals einquartiert schlief es sich trotz Aufregung aber vermutlich weil eines langen und anstrengenden Vorbereitungstages prächtig.

 

Am Morgen des Laufes hieß es um 06:00 Uhr: "Tagwache!" Der letzte Rest des Essens nach 3 Tagen Völlerei wurde hinuntergekämpft und dann ging es nach Kagran mit der U-Bahn in Richtung Start. Ich hatte das Privileg im Startblock 2 ganz vorne eine Platz zu finden. Zwar hatte ich - wie die meisten Starter - bereits das 4te Anstlulu hinter mir, aber beim Startschuss wäre eine Baum schon wieder super gewesen. Aber ab jetzt musste ich durchhalten - wie lange wohl?

 

Gott sei dank war die Strecke so abwechslungsreich dass die Gedanken bald weit weg von Blase und körperlichen Problemen schweiften. Nach der Überquerung der Reichsbrücke wurde das Feld bei der Praterhauptallee zusammengeführt. Es wurde zwar eng aber nicht unangenehm. Die vielen Zuschauer taten ihr übriges, dass dort bereits das erste Mal tolle Stimmung aufkommen konnte. Nach gut einer Stunde sah ich am Naschmarkt dann das erste Mal bereits Sandra und Lilo an der Strecke, die - ob der vielen Zuschauer - zu tun hatten um auf sich aufmerksam zu machen. Nach der Wende in Schönbrunn (Hopp auf Hintl) ging es dann über die Mahü bis zum Ring (Ziel HM). Besonders schön war es für mich, meinen Bruder auf der Mahü und wieder meine Frau samt Lilo beim MQ sehen zu können.

 

Dann ging es - erleichtert um die Halblinge - auf den 2ten Teil. In Richtung Prater (ca. km28 kommen dann schon die Profis entgegen. Diese sind bei km38 und die Entscheidung um den Sieg fällt gerade. Ich feuere Günther Weidlinger zwar an, aber ich glaub der hat zu dieser Zeit andere Sorgen.

 

Dann kämpfe ich bis in den Prater gegen den harten Gegenwind. Dort kann ich mich allerdings mit einem Pacemaker anfreunden und wir plaudern wenige Kilometer bis zur Wende am Stadion. Ab jetzt heißt es für mich das Tempo aufrecht zu halten. Ab km38 wird dies zunehmend anstrengender, aber da ist dann auch schon der Zuschauerwahnsinn wieder am Streckenrand. Zig Menschen säumen fast jeden Meter der Strecke. Am Ring allerdings dann schon wieder die Walzerdusche aus der Dose. Nur ab ins Ziel. Doch vorher winkt noch der beste Bruder der Welt mit dem Schalke-Schal und ich bin beeindruckt.

 

Im Ziel dann noch die absolute Krönung. Meine Schwägerin macht es möglich, dass wir direkt im Zielbereich bei Häppchen und gekühlten Getränken, den Tag im Familien- und Läuferkreis ausklingen lassen können.

 

Danke Danke Danke