Almkogelrunde für Fortgeschrittene

2009-10-04

dafür danach die zünftige Belohnung
Almrausch auf der Gschwendt-Alm
CIMG5395.avi
Video Datei [1.1 MB]
Download

Am Vortag hatte ich beim Hr. Hausververmieter und erfahrendem Jäger in dieser Gegend für die heutige Streckenplanung noch Kopfschütteln geerntet. Als ich in der Früh loslief war mir noch nicht so klar warum, aber als ich nach ca. 50min den Hirschkogelsattel erreicht hatte wurde mir langsam klar warum. Die am Ende zusammengerechnete Gehzeit, die auf den Wegmarkierungen beschildert war ergab nämlich für heute knappe 13(!!)Stunden. Das alles wäre nicht so schlimm gewesen, wenn nicht (vgl. das Anfangsbild der Photos oben) auf dem Streckenteil Hirschkogelsattel bis Ennserhütte (6h30min Gehzeit - 2h50min Laufzeit) keine Verpflegungsmöglichkeit gewesen wäre und nicht mal ein Bacherl zu queren war, bei dem man seine Trinkflasche hätte auffüllen können. Das hieß also den halben Liter Wasser, den ich mit hatte, stark zu rationieren und immer aufzupassen, was der Körper sagt. Vor so einer Situation fürchtet sich vermutlich jeder Sportler und die birgt auch Gefahren in sich. Nichts desto trotz war die gewählte Route eine tolle Aussichtsstrecke. Erstens läuft man fast 3 Stunden immer einen Grat entlang, hat also nach allen Seiten herrlichste Aussichten. Weiters geht diese Strecke offensichtlich kaum jemand, was dazu führte, dass ich erst kurz vor dem Almkogel auf die ersten Wanderer traf. (Ab dem Almkogel ist allerdings Völkerwanderung angesagt. Auf der Tafel "Ennserhütte 30min" hat ein Scherzbold dazugeschrieben: "mit Autobahnanschluss"). Und drittens ist die Natur auf Grund der wenigen Wanderer hier noch sehr unberührt. Die Gemsen (auch siehe Photodoku) sind mir um die Ohren gelaufen. Alte abgestorbene Bäume liegen kreuz und quer. Die Wege führen teilweise durch brusthoch gewachsene Gräser und es ist wirklich ein sehr ruhiges Eck.

 

Vom Almkogel (1513müA) - nach dem man die vielleicht etwas unbekannteren Punkte meiner Strecke: Hirschkogelsattel (822müA), Kleinzöbel (1099müA), Hochzöbel (1373müA), Reiflingeck (1424müA), Ochsenkogel (1444müA), Langlackenmauer (1482müA) und den Wieser (1427müA) überlaufen hatte und sich dabei nicht täuschen lassen sollte, denn es geht von einem Gipfel zum nächsten jeweils wieder mindestens 200hm bergab und danach erst wieder hinauf) - führte meine Strecke vorerst bis zu Ennser Hütte (1293müA). Dort war Wasseraufnahme die primäre Strategie. Gut gestärkt dann vermeintlich hinunter auf die Gschwendt-Alm. Dass es aber vorher noch bis auf ca 950müA hinuntergeht, man danach noch auf den Gamsstein (1278müA) hinauf muss und danach erst wieder hinunter auf die Alm wurde mir irgendwie erst auf der Strecke klar.

 

Auf der Geschwendt-Alm war dann Volkfeststimmung, weshalb ich dringend das Weite suchte und sofort durch das Brunnbachtal bis in unser Quartier nach Hause lief.

 

Nach ca. 45km, 200hm im Anstieg und 5:15 Stunden rief die warme Dusche schon sehr laut. Erst danach ging es mit der besten Ehefrau von allen auf einen Kaffee auf die Alm, von der - Gott sei Dank - die meisten schon auf dem Heimweg waren.