Enzian-Granat-Steig

2010-05-22

Trainingslager Kärtnen Teil 1 – laufend den „Enzian-Granat-Steig“ erkundet


Es wurde aber auch Zeit, dass der Sommer kommt. Nur leider kam er nicht zu uns, sondern wir zu Ihm. Das durfte gleich ausgenutzt werden. Am Millstätter See angekommen machte ich mich (fast) sofort auf den Weg um die Gegend zu erkunden. Die erste Tour sollte mich zum „Enzian-Granat-Steig“ bringen, der über Hochalmen parallel zum Millstätter See auf ca. 2.000m ü.A. verläuft.

 

Also gings von unserem Quartier in Döbriach (592m üA) los. Einstiege zu diesem Höhenweg gibt’s ja genug. Ich entschied mich, dafür nach Sappl (805m üA)zu laufen (auf einer Höhenterrasse über dem See)und von dort den Anstieg zu wagen. Es ging sehr idyllisch und ohne vielen Wanderern zu begegnen zur Ambroßhütte (1.307m üA) und danach Richtung Matzelsdorfer Berg (1.661m üA). Hier nahm ich die erste Variante über den  „Arnika-Jufen-Steig“ hinauf zum Jufenkreuz (1.802m üA). Will man aber – so wie ich weiter Richtung Westen, dann muss man wieder zurück auf die Lammerstorfer Hütte (1.644m üA) um von dort hinauf zum Stana Mandl (2.063m üA)zu kommen. Bei diesem finalen Anstieg auf den Höhenrücken windet sich der Weg das erste Mal nach Nordosten und man sieht in die weitläufige Landschaft des Nationalparks Nockberge. Das schöne Bild war an diesem Tag nur getrübt von hartem Nordwind der zwar das Laufen nicht beeinträchtigte weil er von der Seite kam, die Sache aber – inmitten von letzten Schneefelder – ziemlich kalt werden ließ. Aber mit Ärmlingen und Handschuhen bewaffnet war alles bestens zu ertragen. Der Trail auf dem Grat allerdings ist ein Hammer. Der Blick reicht von den Hohen Tauern mit Großglockner etc. im Westen bis zu den schneebedeckten Nordhängen der julischen Alpen im Südosten. Unter den Füßen das tolle Geläuf eines hochalpinen Singletrails aus Alpenblumen und silbern glänzendem Schiefer, vorbei an einem Gipfelkreuz nach dem andern und dazwischen immer wieder eindrucksvolle Blicke in die Nockberge im Norden, den Millstätter See und das Drautal im Süden. (Obermillstätter Almkreuz – 2.046m üA; Millstätter Alpe – 2.091m üA; Grünes Törl – 2.000m üA; Kamplnock – 2.101m üA, Millstätter Törl – 1.095m üA)

 

An diesem Punkt war aber die Entscheidung von Nöten ob ich wieder den Heimweg antreten oder noch einen Umweg einschlagen sollte. Füße, Herz und Hirn sagten im Gleichklang STOP. Also hinunter auf die Millstätter  Hütte (OEAV) (1.876m üA). Dort wurde eine kleine Pause gemacht und die beste Ehefrau von allen von meiner alsbaldigen Ankunft in Millstatt in Kenntnis gesetzt. Diese saß gerade, einen Kaffee schlürfend eben in Millstatt am See und war sichtlich froh ob meiner Entscheidung.

 

Nun ging es also im Sauseschritt ca. 1.300 Höhenmeter hinunter. Da allerdings der sog. Schluchtenweg wegen Vermurungen unpassierbar war musste ich den überwiegenden Teil auf der Forststraße laufen. Vielleicht für müde Beine nicht das Schlechteste. In Millstatt jedenfalls traf ich auf mein Lieblingsbegleitfahrzeug (Ehefrau mit Rad). In trauter Zweisamkeit ging es dann noch am See entlang bis zu unserem Campingplatz, der Familie Mössler in Döbriach.

 

Geschlaucht – aber nach einem heißen Bad wieder psychisch und physisch in Stand gesetzt – freuten wir uns auf das gemeinsame Essen.

 

Technische Daten:

Laufzeit: 05:33:46 h;

 Energieverbrauch: 3.618 kcal;

Pulsschnitt 140 bpm;

Entfernung: 46,85km;

Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,07 min/km;

HM im Anstieg: 3.313m;

HM im Abstieg: 3.298m;

 

PUH

 

P.S.: Müßig zu erwähnen, dass mein neuer Laufrucksack (der Salomon XTWings+10-3 oder so ähnlich) sowie die neuen Schuhe von La Sportiva (Speedlite) den Test bestanden haben. Der Rucksack (etwas unerwartet) sogar mit Bravour.