mit dem Radl auf die Kölnbreinsperre
2010-05-23
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Trainingslager Kärtnen Teil 2 – mit dem Radl auf die Kölnbreinsperre
Neuer Tag – neues Ziel. Um die gestern so geschunden Füße zu schonen, sollte es heute gelenksschonend den Oberschenkeln an den Kragen gehen. Die Route war schnell auserkoren. Wieder kam ein Punkt zum Zug den man als Österreicher gesehen haben sollte. Die Kölnbreinsperre im Maltatal. Diese wurde in den 19-hundert-70er-Jahren quasi als Batterie für die in Zwentendorf zu viel produzierte elektrische Energie gebaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass heute ein vergleichbares Projekt in den Alpen möglich wäre. Der Speichersee fasst den Angaben zu Folge 200Mio m3 Wasser. Diese Menge sollte ausreichen, eine Stadt wie Klagenfurt 22 Jahre lang mit Wasser zu versorgen. Die Staumauer ist vom Scheitel bis zur Sohle 200m hoch. Lauter Superlativen also, die es zu erkunden gab.
Aber schon der Start – es sind ca. 15km den Millstätter See entlang bevor es bei Seeboden nach Norden, die alte Römerstraße entlang bis Gmünd im Liesertal geht – ist landschaftlich sehenswert. Bei der Abzweigung in Gmünd ins Maltatal dann die erste Schrecksekunde. Es sieht nicht sehr gut aus. Das schlechte Wetter von nördlich der Alpen scheint bis in die hohen Tauern herüber zu drücken. Auf alle Fälle habe ich nun 15km bis zur Mautstelle – die Straße führt, zwar nicht steil aber beharrlich bergauf – mit hartem Gegenwind zu kämpfen. Dies führt zu etwas Verspätung meinerseits bei der Mautstelle gegenüber der angepeilten Zeit. Ohne Maut bezahlen zu müssen und mit dem Hinweis dass es auf dem Stausee zugezogen hätte und leichter Regen herrscht, winkt man mich durch. Wegen der Prognose ziehe ich eine lange Hose und eine Regenjacke an. Dann folgen 14,4 km Passstraße, die alles in sich hat, was das Herz begehrt. Steile Abschnitte, enge Kehren, waldige Flachstücke, Ampelregelungen wegen starker Engstellen, Tunnel mit und ohne Beleuchtung, Wasserfälle links und rechts der Straße, herrliche Aussichten ins Tal und und und. Das Wetter drückt mir zu liebe noch mal ein Auge zu und abgesehen von ein paar Spritzern und – No Na – kühler werdender Temperatur mit zunehmender Höhe kann ich recht zufrieden sein. Bei Halbzeit werde ich von meiner Frau überholt, die mit breitem Grinsen hinter dem Lenkrad hervor winkt.
Zum Schluss noch die größte Aufregung für mich. Der letzte Tunnel vor der Staumauer wird zur Herausforderung, weil er erstens keine Beleuchtung hat und es Stellen gibt bei denen man nur erahnen kann wo man sich auf der Straße befindet. Man wird also – wenn man so wie ich keine Beleuchtung am Fahrrad hat zum Absteigen und damit zum schieben gezwungen. Aber auch diese Vorsichtsmaßnahme bewahrt mich nicht davor einmal gegen die Tunnelwand zu laufen.
Doch dann ist auch dieser Teil bezwungen und es sind nur mehr wenige hundert Meter bis zum Parkplatz an der Staumauer und natürlich darf ich dann mit Frau und trockenem Gewand noch eine Führung machen.
Die vorher beschriebenen Sichtschwierigkeiten haben mich dann aber auch veranlasst von einer Talfahrt mit dem Rad Abstand zu nehmen und stattdessen selbiges ins Auto zu verladen und den Rückweg motorisiert zu bestreiten.
Technische Daten:
Fahrzeit: 03:29:56 h;
Energieverbrauch: 1.824 kcal;
Pulsschnitt 124 bpm;
Trittfrequenz i.M.: 71 rpm;
Entfernung: 57,23km;
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,40 km/h;
HM im Anstieg: 1.712 m;
HM im Abstieg: 398 m;
run for "Kids on board"
