9. Gondo-Event - part 2

2010-08-08

Bitte alle Infos über deren Homepage usw. auf der Seite "part 1" anschauen. Darüber hinaus - ja es war so Ereignis- und Bilderrreich, daß sich ein zweiter Bericht lohnt - hier der Bericht und die Bilder zum Tag 2 dieses Doppelmarathons.

Gondo Teil II

Nach einer erholsamen Nacht startet der Tag auch wieder um 06:00 Uhr morgens am Frühstückstisch bei Schwester Albina. Pesche und ich testen unseren halben Kleiderschrank aus. Bei Pesche soll heute ein zweiter Rucksack und bei mir eine andere Schuh-Socken-Hosen-Kombination getestet werden. Der unwissende Beobachter würde wohl zumindest die Stirn in Runzeln legen.

Wir aber haben unseren Spaß und werden von Sandra mit dem Mobil nach Ried-Brig chauffiert. Um 07:00 Uhr beginnt das Startprozedere. Die Führenden (2 bekannte Schweizer Bergläufer, welche wie wir – nur auf einem etwas anderem Niveau – den Gondo Event als Test für den Transalpine-Run verwenden) werden also genau um 07:00 Uhr vom Stapel gelassen. Danach dürfen die Verfolger im Abstand des gestern erhaltenen Rückstandes auf die Strecke. Um 07:30 erfolgt dann der Massenstart aller, die mehr als eine halbe Stunde Rückstand aufweisen, in neutralisierter Form. Da sind natürlich Pesche und ich mitten drin. Um 08:00 Uhr ist dann der Start für das „Gondo-Running“. Daran nimmt Colette teil. Es sind dies 28km und 1.400m in Auf- und in Abstieg, auch mit Start in Ried-Brig und Ziel in Gondo. Wir trennen uns also alle, wünschen einander viel Glück und ein gutes Wiedersehen im Ziel in Gondo.

Pesche und ich haben vor der heutigen Etappe gehörigen Respekt. Das Streckenprofil verspricht zwar einen abwechslungsreichen Tag, aber die immer wiederkehrenden, harten, weil steilen Anstiege sehen respekteinflößend aus. Schallberg heißt der erste Kulminationspunkt heute. Dort erwartet uns aber bereits Sandra. Sie hat mit ihrem Orientierungsvermögen die Strecke schon gut ausgemacht und die besten Punkte zum Support ausgekundschaftet. In weiterer Folge lässt die Streckenführung aber eher eine Begleitung der Runner als der Marathonis zu. Vor allem, weil der Weg später von Gabi aus bis nach Gondo nur bei den Runnern der Nationalstraße folgen wird.

Pesche und ich müssen hingegen nach einem kurzen Abstieg nach Schallberg wiederum bergauf nach Rothwald und dann in den Talschluss nach Taferna. Hier münden die Runner bei der Labstation auf unsere Strecke ein und laufen mit uns bis Gabi. Nach Taferna aber geht es steil bergauf bis man wieder (diesmal von der anderen Seite) auf den Simplonpass gelangt. Dies soll heute zwar der höchste Punkt des Tages sein. Aber – wie uns bereits im heutigen Streckenbriefing mitgeteilt wurde und auch dem Profil zu entnehmen war – das dicke Ende folgt erst. Denn wie bereits angekündigt, teilen wir uns ab dem Simplonpass noch einen ca. 15km langen Abstieg bis Gabi. Dieser Abschnitt wurde gestern bereits in anderer Richtung gelaufen.

Wenn ich hier aber immer von Abstiegen schwafele, so muss man sich dessen bewusst sein, dass diese immer wieder mit kleinen, aber feinen Aufstiegen und Unregelmäßigkeiten gespickt sind, sodass – außer vielleicht für einen Profiläufer – von einem durchgehenden Tempolauf nicht annähernd die Rede sein kein. Schon gar nicht dann, wenn man sich irgendwo zwischen km 60 und 80 befindet.

Als wir dann in Gabi die Verpflegung genießen, folgt die „Königsetappe“ aber erst. Von nun an soll es auf 2,5km ca. 800 HM bergauf auf die „Furrgu“ hinauf gehen. Einstieg bei km 32 (=74). Durchstieg bei km 35 (=77). Jawoll!!! Aber Pesche und ich spielen unsere Kraft am Berg aus und überholen auf diesem Abschnitt wieder so manchen Mitläufer. Damit wäre auch das dicke Ende geschafft!

Es ist nach 2 Tagen Lauf sowieso sehr interessant, wie alle Mitläufer die Strecken anlegen. Gut. Man muss sagen, dass Pesche und ich die Strecke noch nicht gekannt haben und unsere Einteilung ins Blaue hinein war. Aber man konnte beobachten, dass wir, um kein Risiko einzugehen, bergab immer etwas an Boden verloren und in den Anstiegen unseren Mitläufern leicht überlegen waren.

Als wir also auf der Furrgu angekommen waren, wussten wir jedenfalls zum ersten Mal: Wenn uns kein gravierender Fehler mehr unterläuft, können wir erfolgreich finishen. Aber auch der nun folgende fast 7km lange, stark gewundene und singletrail-artige Abstieg durch einen Teil des Zwischbergen-Tales hatte es nochmals in sich. Volle Konzentration also nochmals auf die Strecke. Ich muss an dieser Stelle auch noch erwähnen, dass sich Pesche bereits bei km 5 des zweiten Tages einen Fehltritt geleistet hatte und seit dem mit Schmerzen im linken Sprunggelenk zu kämpfen hatte. Tapfer, tapfer…..

Dann aber der Zieleinlauf. Bei herrlichem Sonnenschein läuft man auf den letzten 1,5 km ins Ziel noch mal ca. 200HM bergab nach Gondo. Unsere Mädels standen bereits an der Strecke und wir kamen wohlbehalten ins. Ziel. Auch Colette hatte bereits Ihren Lauf absolviert und mit fabelhaften 03:58 h die Ziellinie überlaufen. Gratulation!

Pesche und ich jedenfalls, können auf die erste Herausforderung für den Schoggi-Express zurückblicken. Es hat sich vieles herausgestellt, was man erahnen konnte. Da ich 15 Jahre jünger bin als Pesche habe ich einen großen Konditionsvorteil, der aber mit zunehmender Fortdauer der Strecke schmilzt und sich vielleicht bei noch längeren Distanzen doch die Zähigkeit des Alters durchsetzen könnte. Jedenfalls haben wir beide versucht uns dem Teampartner anzupassen und sind froh die beiden Tage gemeinsam so gut bestritten zu haben!

Berg heil.