100km Lauf Steyr

2010-09-18

Mal was neues und vor allem ganz unerwartet noch ein Saisonhighlight. Und das direkt vor der Haustüre. Unabhhängig vom folgenden Bericht schon an dieser Stelle ein großes Danke an die tolle Betreuung während dieses langen Nachmittages an:

die beste Ehefrau von allen

den Steinen rund um Kurt, Nobs und Roli

meinen 4 Eltern

dem Shak

und

Sir Heinz


Was ist der 100km Lauf?

Nach einem harten Trainingsjahr und eigentlich guter Form wollte ich mich noch einmal quälen und habe mich erst eine Woche vor dem Start entschieden in Steyr nicht 50 sonder 100km zu laufen. Also: "Bitte, mit alles mit Scharf". Um 05:30 Uhr gab's Läuferfrühstück und dann um 07:00 war der Start. Als kompletter Neuling bei einer derartigen Veranstaltung war meine Aufregung natürlich dementsprechend. Und in Wahrheit kann man auch nur alles falsch machen. Meine Marschtabellen jedenfalls, erwiesen sich im Nachhinein zwar als gut gemeint, aber als sinnlos. Ich hatte zwar eine grobe Vorstellung, aber .........

 

Zu Beginn lief ich diszipliniert einen 05:40er Schnitt. Meine Variante zum 06:00er Schnitt (der mich in 10 Stunden über die Ziellinie bringen sollte) da es mir sehr gut zu gehen schien. 125 Puls also alles OK. Und dann einfach geduldig bleiben, dachte ich. Aber 9 Stunden geduldig bleiben ist hart, und die ganze Zeit mit Angst in sich hineinhören ist auch "leicht" zermürbend. Nach ca. 30 Runden (45km) fing dann der linke Oberschenkel an hart zu werden. Spüre ich da Blasen auf meiner Sohle? Also ist Vorsicht geboten! Aber der Blick auf die Pulsuhr und die Freude über 34 Runden (also Halbzeit) sowie danach bald 40 Runden (also meine bis dato am weitesten am Stück gelaufene Strecke) führten zu einem Hoch bei mir, welches mich zu einem 05:20er Schnitt verleitete. Aber ein mahnender Blick von Heinz und seine sarkastisch gemeinten Worte: "Dir geht's aber grad sehr gut....." ließen mich ahnen was kommen sollte.

 

Ab Runde 45 fiel ich in ein Tief, das so eigentlich nicht geplant war. Man macht dann zwar immer noch gute Miene zum bösen Spiel aber in Wirklichkeit sind die Beine nur mehr unbewegliche Dinger und trotz Gels, Müsliriegel und Energydrinks en masse bekam ich unbändigen Hunger. Doch da tauchte meine Frau auf und redete gelassen auf mich ein. Das und ihre Versorgung mit Tee und Pasta tat mir sehr gut und es ging langsam aber beständig wieder aufwärts mit mir.

 

Was mich dabei am meisten überrascht, ist, dass dieser Durchhänger (dauerte ca. 1 1/2 Stunden) kaum an den Rundenzeiten zu erkennen ist. Ab Runde 57 konnte ich den Countdown beginnen und die Hoffnung die Ziellinie mit einem Lächeln zu überlaufen wurde immer wahrscheinlicher.

 

Als ich dann die Fahne für die letzte Runde erhielt, lief ich die letzten 1,47km fast wie in Trance. Glücklich und gelöst konnte ich dann mit meiner Frau Hand in Hand durchs Ziel laufen.

 

Danke noch mal an alle für die tolle Unterstützungen.

 

Ein SUPER Tag (aber auch super lange). Wann läuft man schon 09:06:26,3 Stunden am Stück?